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Akademische versus berufliche Bildung: Der große Vergleich

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Studium oder Ausbildung - das ist die große Frage. Rätseln Sie mit Ihrem Kind auch über den idealen Karriereweg? Wir vergleichen die beruflichen Möglichkeiten hinsichtlich Gehalt und Sicherheit.

Weniger Ausbildungen - Trend zur Akademisierung

Bereits jeder fünfte Erwerbstätige hat einen akademischen Hintergrund – also an einer Universität, Fachhochschule oder Berufsakademie studiert. Deshalb dringen jedes Jahr mehr Jungakademiker auf den Arbeitsmarkt. Laut Statistischem Bundesamt haben im vergangenen Jahr knapp 499.000 Studierende ihre akademische Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Auch die Zahl der Studienanfänger bleibt stabil. So haben sich für das Studienjahr 2019/20 rund 508.000 Studienanfänger immatrikuliert. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend festigt. Weiterhin wird die Mehrheit an Berufsanfängern ihre berufliche Laufbahn mit einem akademischen Backround starten.

Unbesetzte Ausbildungsstellen

Auf der anderen Seite klafft ein Mangel an Fachkräften im Bereich der beruflich Qualifizierten. Dies zeigt sich vor allem in den rückläufigen Zahlen der Auszubildenden. Hier sinkt die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge.

Trotz schwächerer Konjunktur stellen die Unternehmen immer mehr Ausbildungsplätze bereit. So wurde 2019 die Rekordanzahl von 572.00 Ausbildungsstellen gemeldet. Dies entspricht einem Plus von 6.600 Stellen. Dennoch blieb jeder zehnte angebotene Platz unbesetzt.

Gründe für eine akademische Laufbahn und gegen eine berufliche Bildung scheinen im Gesellschaftsbild verankert zu sein. So wird das Abitur mittlerweile als „Mindestabschluss“ angesehen. Außerdem herrscht die Annahme, Akademiker verdienten deutlich besser als Praktiker.

Hoher Verdienst dank Ausbildungsberuf? - Vergleich der Gehälter

Eine aktuelle Studie des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung der Universität Tübingen beschäftigte sich mit diesem Phänomen. Sie zeigt, dass der Verdienst einer Person mit Ausbildung und anschließender Weiterbildung fast gleichauf mit dem Gehalt eines Akademikers liegt. Die Studie aus dem Jahr 2019 belegt, wie verschiedene Personengruppen je nach Altersphase verdienen. Bis zum 60. Lebensjahr erhalten sogar Praktiker mehr als Gleichaltrige mit Hochschulabschluss. Erst später gelingt es den Akademikern den durch längere Qualifizierungszeiten entstandenen Einkommensnachteil aufzuholen.

Niedrige Arbeitslosenquote bei Fachkräften - Vergleich der Arbeitslage

Generell gilt: Mit steigendem Bildungsniveau sinkt das Arbeitslosenrisiko. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung lag auch 2018 die qualifikationsspezifische Arbeitslosenquote für Akademiker bei 2,1 Prozent. Bei Fachkräften mit einer Weiterqualifizierung wie einem Meister- oder Technikertitel lag die Arbeitslosenquote hingegen nur bei 1,2 Prozent. Dies zeigt, dass eine duale Ausbildung mit anschließender Aufstiegsfortbildung gut vor Arbeitslosigkeit schützt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Befristung. Der Anteil der Akademiker mit einem befristeten Beschäftigungsverhältnis liegt bei 11 Prozent. Bei den Nicht-Akademikern mit einer abgeschlossenen dualen Ausbildung oder einem gleichwertigen Berufsfachschulabschluss erhalten nur 6,3 Prozent einen zeitlich begrenzten Vertrag. Nur 5,3 Prozent der Absolventen einer Meister- oder Technikerausbildung bekommen eine vergleichbare zeitliche Klausel.

Praxis durch neue Berufsbezeichnungen aufgewertet

Immer mehr Personalchefs setzen auf Fachwirte und gepr. Betriebswirte und ziehen diese den Bachelor-Absolventen vor. Der Grund? Die Berufserfahrung, die Unternehmen brauchen und Fach- und Betriebswirte mitbringen. Ein IHK-Abschluss verbessert die Jobaussichten Ihres Kindes. Auch die Einkommens- und Beschäftigungsperspektiven stehen denen von Akademikern in nichts nach und sind teilweise sogar noch besser. Zusätzlich werten die neuen Abschlüsse Bachelor Professional und Master Professional die berufliche Bildung auf. 

Tipp: In unserem gesonderten Beitrag stellen wir Ihnen die neuen Berufsbezeichnungen und  Karrierechancen Ihres Kindes mit den Abschlüssen Bachelor Professional und Master Professional vor.

Sollte dennoch der Wunsch nach einem Studium vorhanden sein, optimiert der Bachelor Professional die Zulassungschancen Ihres Kindes. Denn viele Universitäten lassen Studenten zu, die einen Fachwirt, gepr. Betriebswirt / Techniker oder einen Meister-Titel vorweisen.

Hinweis: An vielen Universitäten kann Ihr Kind Leistungen aus seiner Weiterbildung für entsprechende Module anrechnen lassen.

Zeit für neue Wege

Erweitern Sie Ihre Sicht auf die Bildungsmöglichkeiten Ihres Kindes. Die berufliche Bildung ist hierbei eine lohnende Alternative zum Studium. Denn Erfolg im Beruf ist nicht zwangsläufig von einem Hochschultitel abhängig. Vielmehr sollte das gewählte Arbeitsgebiet den Fähigkeiten und dem Interesse Ihres Kindes entsprechen. 

Auch nach der Ausbildung kann sich Ihr Kind weiterbilden und zusätzliche Qualifikationen erlangen. Die IHK-Abschlüsse bieten hierfür eine Alternative, sich auch berufsbegleitend weiterzuentwickeln.