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    Die Rechte und Pflichten Ihres Kindes in der Ausbildung

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    Ihr Kind hat einen Ausbildungsplatz bekommen. Doch wie sehen eigentlich die Rechte und Pflichten eines Azubis aus?

    Was Ihr Kind als Azubi darf und was nicht, was es tun muss und was nicht, ist gesetzlich z. B. durch das Berufsbildungsgesetz BBiG, die Handwerksordnungen oder das Jugendarbeitsschutzgesetz genau festgelegt. Sollte es einmal zu Problemen in der Ausbildung kommen oder zu Fragen bezüglich des Gehaltes, ist es gut, seine Rechten und Pflichte genau zu kennen.

    Rechte und Pflichten als Azubi

    Vergütung: Eines der wichtigsten Rechte Ihres Kindes ist, dass es eine angemessene Ausbildungsvergütung bekommt. Die Höhe der Vergütung steht im Ausbildungsvertrag und muss während der Ausbildungszeit mindestens jährlich ansteigen.

    Berufsschule besuchen: In der Berufsschule erhält Ihr Kind das theoretische Wissen für seine Ausbildung. Der Ausbildungsbetrieb muss Ihr Kind für den Unterricht freistellen, während Ihr Kind dazu verpflichtet ist, an diesem teilzunehmen.

    Anweisungen befolgen: Als Azubi ist Ihr Kind dazu verpflichtet, die Anweisungen des Ausbilders zu befolgen und die angeordneten Aufgaben zu erledigen – allerdings nicht uneingeschränkt. Sollten bestimmte Tätigkeiten die körperlichen Kräfte Ihres Kindes übersteigen oder nicht Ziel der Ausbildung sein, muss es diese nicht ausführen. Bei Unsicherheiten kann Ihr Kind stets ein offenes Gespräch mit dem Ausbilder suchen.

    Ordnungsvorschriften beachten: Um die Sicherheit Ihres Kindes zu gewährleisten, ist es  dazu verpflichtet, die Betriebsordnung einzuhalten und beispielsweise bestimmte Schutzkleidung zu tragen.

    Ausbildungsmittel schonend behandeln: Der Ausbildungsbetrieb stellt Ihrem Kind für seine Ausbildung die notwendigen Arbeitsmaterialien, wie Werkzeuge, Maschinen usw. zur Verfügung. Ihr Kind ist dazu verpflichtet, mit diesen sorgfältig umzugehen.

    Überstundenausgleich: Sollte Ihr Kind einmal Überstunden leisten, ist der Betrieb dazu verpflichtet, diese auszugleichen – entweder durch eine zusätzliche Vergütung oder Freizeitausgleich.

    Krankmeldung: Ihr Kind ist zur Krankheitsmeldung und Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung verpflichtet, wenn es nicht zur Arbeit kommen kann. Diese Bescheinigung sollte es dem Arbeitgeber spätestens am dritten Tag der Krankheit vorlegen. (Einige Betriebe fordern die Vorlage jedoch schon ab dem ersten Krankheitstag.)

    Verschwiegenheit wahren: Ihr Kind erhält während der Ausbildung möglicherweise Einblicke in Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse. Die Schweigepflicht verpflichtet Ihr Kind dazu diese Betriebsgeheimnisse nicht weiterzugeben.

    Ausbildungsnachweise führen: Ihr Kind muss während der Ausbildung schriftliche oder elektronische Ausbildungsnachweise führen. Diese sind Zulassungsvoraussetzung für die Prüfung.

    Ausbildung verlängern: Für den Fall, dass Ihr Kind die Abschlussprüfung nicht beim ersten Mal besteht, hat es Anspruch auf die Verlängerung der Ausbildung bis zur nächsten Abschlussprüfung. Die Verlängerung beträgt jedoch maximal ein Jahr.

    Zeugnis erhalten: Am Ende der Ausbildung muss der Ausbilder Ihrem Kind ein Zeugnis ausstellen. Mit diesem kann Ihr Kind sich bei potentiellen Arbeitgebern bewerben, sollte es nicht vom Betrieb übernommen werden. Hier werden z. B. die Art, Dauer und das Ziel der Ausbildung aufgeführt. Außerdem sollte das Zeugnis einen Nachweis über die erworbenen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten Ihres Kindes enthalten.

    Genaue Regelungen im Ausbildungsvertrag

    Wie diese Rechte und Pflichten konkret umgesetzt werden, regelt der Ausbildungsvertrag, den Ihr Kind mit seinem Ausbildungsbetrieb schließt. Darin ist beispielsweise festgelegt, wie hoch die Vergütung während der Ausbildung tatsächlich ausfällt. Bei den aufgeführten Rechten und Pflichten handelt es sich nur um Auszüge. Die genauen Regelungen finden Sie in dieser ausführlichen PDF des Bundesministeriums für Bildung und Forschung:

    https://www.bmbf.de/upload_filestore/pub/Ausbildung_und_Beruf.pdf