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    Fragen beim Vorstellungsgespräch: Von knifflig bis verboten

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    Der Termin für das Vorstellungsgespräch steht fest. Glückwunsch, die erste Hürde zur Ausbildung Ihres Kindes ist gemeistert. Jetzt gilt es, sich auf mögliche Fragen vorzubereiten. Wir verraten, welche kniffligen Fragen warten und welche Antworten punkten.

    Ein Plus beim Vorstellungsgespräch: So sollte Ihr Kind wirken

    • Offen: Aufregung und Stressflecken? Das ist normal und kann offen angesprochen werden. Beispielsweise: „Ich bin aufgeregt, denn es ist ein wichtiges Gespräch für mich – es geht um meine Ausbildung.“
    • Selbstbewusst: Körperhaltung zeigt, wie man sich fühlt. Nägelkauen, Kippeln und Co. sind also Tabu beim Vorstellungsgespräch.
    • Höflich: Unternehmen suchen unkomplizierte, freundliche Azubis. Alle Ansprechpartner werden begrüßt. Während des Gesprächs sollte Ihr Kind freundlich und aufmerksam auftreten.
    • Vorbereitet: Beschäftigen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind bereits im Vorfeld mit möglichen Fragen und dem Unternehmen, dann kann Ihr Kind ohne großes Nachdenken antworten.

    Negativ beim Vorstellungsgespräch: Das sollte Ihr Kind vermeiden

     

    • Unpünktlich: Zu spät kommen, geht nicht im Vorstellungsgespräch.
    • Hyperaktiv: Herumhampeln oder kippeln wirkt unkontrolliert. Lieber die Hände falten und drücken, um Druck abzubauen.
    • Unselbständig: Eltern gehören nicht mit ins Gespräch. Ihr Kind soll ja selbständig und selbstbewusst auftreten.
    • Unangebracht: Fragen nach Urlaub in der Probezeit, Skandalen der Firma oder zusätzliche Auszahlungen wirken zu forsch.
    • Underdressed: Kleider machen Leute. Beim Vorstellungsgespräch sollte die Kleidung Ihres Kindes zum Anlass und zum Unternehmen passen.

    Knifflige Fragen beim Vorstellungsgespräch – Wie sollte Ihr Kind reagieren?

    Es kommt nicht auf die perfekte Antwort an. Oft gibt es diese gar nicht. Das wichtigste ist: Überhaupt antworten. Am besten ist es, wenn Ihr Kind einen Lösungsansatz zeigt.

    So sind die besten Antworten:

    • Spontan: Der Personaler möchte keine bekannten Phrasen hören. Es ist zwar gut, auf Fangfragen vorzubereitet zu sein, aber vorgefertigte, auswendig gelernte Antworten sind schlecht.
    • Ehrlich: Ihr Kind möchte den Personaler zwar überzeugen, dafür muss es aber nicht sagen, was er von ihm hören will. Ein guter Personaler merkt dies sofort.
    • Kurz: Ihr Kind sollte knapp und präzise antworten. Wer ausschweifend erklärt, verplappert sich schnell oder schweift ab.
    • Positiv: Auch bei schwierigen Fragen – Jammern ist Tabu. Ihr Kind soll zeigen, wie es eine Schwierigkeit gemeistert hat. Was es aus Rückschlägen gelernt hat.
    • Erklärend: Antworten sollte Ihr Kind stets begründen. Beispielsweise: „Mein Lieblingsfach ist Deutsch. Denn ich lese gern und mag es, über Interpretationen zu diskutieren.“

    Daher das Wichtigste: Ganz man selbst bleiben und nicht verstellen.

    Knifflige Fragen beim Vorstellungsgespräch – Was kann Ihr Kind antworten?

     

    Als erstes durchatmen. Der Gesprächspartner will Ihrem Kind nichts Schlechtes. Mit den meisten Fragen will das Unternehmen den Bewerber im Vorstellungsgespräch nur kennenlernen: Wie reagiert Ihr Kind in stressigen Situationen? Passt es ins Team? Mit diesem Ziel im Hinterkopf fallen die Antworten gleich viel leichter. Am besten ist es, anhand von kurzen Beispielen zu begründen. Also nicht nur: „Ich bin teamfähig.“. Sondern: „Seit ich 11 bin, spiele ich in unserem Handballteam. Ich mag es, mit meinen Teamkollegen Strategien für das nächste Spiel zu entwickeln und dass wir uns gegenseitig motivieren.“ Natürlich stehen auch der Berufswunsch und das Ausbildungsunternehmen im Mittelpunkt. Hierauf sollte Ihr Kind sich gut vorbereiten. Aber nicht nur der Bewerber wird gefragt: Bereiten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind auch Fragen an das Unternehmen vor.

    Wir haben einige knifflige Fragen zusammengestellt und Ansätze für Antworten gefunden. Damit Ihr Kind die Antworten nicht auswendig lernt – hier nur erste Denkanstöße.

    Warum möchten Sie eine Ausbildung machen und nicht die Schule fortsetzen oder studieren?

    Ihr Kind sollte zeigen, dass es die Entscheidung bewusst getroffen hat und zufrieden mit seinem Leben ist. Denkanstoß:

    praktisches Lernen passt besser zur Persönlichkeit Ihres Kindes Ihr Kind hat den Wunsch möglichst bald in einem Beruf zu arbeiten erst einmal arbeiten und praktische Erfahrungen sammeln anschließende Weiterbildungen oder ein Studium sind immer noch möglich.

    Macht Ihnen Schule Spaß?

    Auch wenn die Antwort eigentlich „Nein“ ist: Mit Ja antworten. Zum einen gibt es sicher Fächer, die auch Spaß gemacht haben und zuum anderen muss Ihr Kind auch in der Berufsschule lernen. Denkanstoß: In der Schule entwickelt man sich selbst weiter und kann Neues und Interessantes erfahren.

    Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden? Warum in diesem Unternehmen?

    Ihr Nachwuchs sollte zeigen, wie gut er vorbereitet ist und dass seine Entscheidung nicht nur ein Plan B ist. Hilfreich sind auch die Facebookseite oder Homepage des Unternehmens. Denkanstoß: Wo will Ihr Kind in 5 Jahren sein? Welche Hoffnungen und Zukunftswünsche verknüpft es mit dem Ausbildungsberuf?

    Was sind Ihre persönlichen Stärken und Schwächen?

    Wichtig ist es, sowohl Stärken als auch Schwächen kurz zu begründen. Schwächen sollten positiv dargestellt werden. Denkanstoß: Wie arbeitet Ihr Kind an sich? Wann hat es Schwächen schon mal überwunden? In welchen Situationen zeigen sich diese Stärken oder Schwächen?

    Können Sie gut mit Stress umgehen?

    Manchmal brauchen wir ja ein bisschen Druck und Stress, um zu beginnen oder das beste zu geben. Denkanstoß:  Hat Ihr Kind Strategien für ein besseres Zeitmanagement?

    Haben Sie sich noch bei anderen Betrieben beworben?

    Ihr Kind kann ehrlich sagen, wenn es sich auch bei anderen Unternehmen beworben hat und zum Gespräch eingeladen ist. Denkanstoß: Was würde Ihr Kind tun, wenn es von diesem Unternehmen eine Zusage bekommt? Würden es den anderen Unternehmen absagen?

    Wie sehen Ihre Gehaltsvorstellungen aus?

    Informieren Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind im Vorfeld über aktuelle Gehaltszahlen. Denkanstoß: Das durchschnittliche Ausbildungsgehalt ist XY Euro. Entspricht das den Vorstellungen Ihres Kindes? 

    Tipp: Die aktuellen Gehaltszahlen der jeweiligen Ausbildungsberufe können Sie gerne bei der IHK anfragen.

    Wie finden Sie es, kritisiert zu werden?

    Diese Frage sollte nur beruflich interpretiert werden. Denkanstoß: Welchen Nutzen hat konstruktive Kritik für Ihr Kind, manchmal ist Kritik zwar unangenehm – bietet jedoch Entwicklungschancen.

    Was ist Ihr größter Fehler? Haben Sie etwas aus ihm gelernt?

    Der Personaler möchte sehen, ob sich Ihr Kind selbst gut einschätzen und auch selbstkritisch sein kann. Überlegen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind eine Situation, die sich nicht wiederholen könnte. Schieben Sie dabei die Schuld für diesen Fehler nicht anderen zu! Denkanstoß: Ihr Kind sollte zu Fehlern stehen und erklären, was es aus den Fehlern gelernt hat.

    Wann haben Sie das letzte Mal eine Vorschrift oder Regel missachtet und warum?

    Der Personaler möchte abwägen, inwieweit sich Ihr Kind an Vorschriften hält und wie es sich in bestehnende Strukturen integriert. Denkanstoß: Ihr Kind denkt selbständig und wägt in bestimmten Situationen Regeln mit Bedacht ab.

    Welchen Mehrwert bringen Sie unserem Unternehmen?

    Schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind das Profil der Stelle genau an. Denkanstöße: Welche Fähigkeit Ihres Kindes passt zum Aufgabenprofil? Mögliche ausbildungsrelevante Eigenschaften: Zuverlässigkeit, Motivation, Identifikation mit der Firmenphilosophie, Reiz der Aufgaben.

    Was kann man alles mit einem Blatt Papier machen?

    Es können natürlich auch andere Gegenstände sein. Hier gilt es, Kreativität und Einfallsreichtum fern vom Mainstream zu zeigen. Üben Sie mit Ihrem Kind dieses Gedankenspiel vorab. Am besten gelingt es, wenn sich Ihr Kind bei der Lösungssuche den Gegenstand direkt vorstellt.

    Wer wären Sie gerne in Ihrem nächsten Leben?

    Die Antwort Ihres Kindes verrät viel über seine Wünsche, bevorzugte Themen und Lösungsfindung. Denkanstoß: Hat Ihr Kind einen Lieblings-Superheld? Was würde Ihr Kind gerne können?

    Wie viele Fußbälle passen in unsere Werkhalle?

    Hier ist nicht die Lösung, sondern der Weg das Ziel. Der Personaler testet das Denkvermögen Ihres Kindes und wie es mit Problemen umgeht. Daher sollte Ihr Kind seinen Lösungsansatz präsentieren: Sucht es nach einem logischen Lösungsansatz oder steckt es förmlich den Kopf in den Sand? Denkanstoß: Üben Sie, wie sich Ihr Kind solchen Aufgaben in kleinen Schritten der Lösung annähert, indem es Variablen wie Größen oder Längen abschätzt.

    Verbotene Fragen im Vorstellungsgespräch

    Neben kniffligen Fragen gibt es auch Fragen, die eigentlich in einem Bewerbungsgespräch verboten sind. Hier muss Ihr Kind nicht wahrheitsgemäß, sondern kann mit „Nein“ antworten. Hier gilt es, mit Fingerspitzengefühl eine charmante Antwort zu finden. Denn diese Fragen könnten IHrem Kind zum Nachteil ausgelegt werden, sollten sie falsch beantwortet werden.

    Sind Sie häufig krank?

    Denkanstoß: Ihr Kind treibt viel Sport und ist gerne draußen, bisher hatte es daher ein gutes Immunsystem.

    Sind Sie schwanger? Oder möchten Sie bald Kinder bekommen?

    Sieht man die Schwangerschaft bereits, sollte Ihre Tochter ihre Möglichkeiten besprechen, wie die Ausbildung trotzdem angefangen und pausiert werden kann. Denkanstoß: Spätere Familienplanung nicht ausgeschlossen, momentan liegt der Fokus jedoch auf der Ausbildung.

    Sind Sie Mitglied einer politischen Partei?

    Springerstiefel, einschlägige Tattoos oder der bunte Irokese: Wenn Ihr Kind deutliche Symbole an sich trägt, ist ein „Nein“ unglaubhaft. Ansonsten ist die Mitgliedschaft in einer Partei oder Gewerkschaft Privatsphäre.

    Fragen an das Unternehmen

    „Haben Sie noch Fragen?“: So enden die meisten Vorstellungsgespräche. Hier kann Ihr Kind nochmal sein Interesse am Beruf und am Unternehmen verdeutlichen. Auch wenn das Unternehmen gerade negative Schlagzeilen macht: Hierzu sind Fragen Tabu.

    Mögliche Fragen an das Unternehmen Welchen Herausforderungen stellt sich das Unternehmen gerade? (Konkurrenz, Fachkräftemangel etc.: Greifen Sie hier Probleme der Branche auf.) Was erwarten Sie von einem guten Auszubildenden? Wie ist die Ausbildung organisiert? Gibt es feste Betreuer? Gibt es weitere Azubis? Ist die Ausbildung an eine Abteilung gebunden oder werden Azubis in mehreren Bereichen eingesetzt? Übernehmen Sie Auszubildende nach erfolgreicher Lehre? Was passiert nach diesem Vorstellungsgespräch? Gibt es einen Einstellungstest, Probetag, Assessment Center oder ähnliches? Haben Sie bereits einen Zeitplan für Ihre Entscheidung?

    Optimal vorbereitet ist Ihr Kind, wenn Sie gemeinsam das Vorstellungsgespräch durchspielen: entweder innerhalb der Familie oder im Freundeskreis. Nutzen Sie mit Ihrem Kind hierfür die oben stehenden Fragen und lassen Sie Ihr Kind diese spontan beantworten.

    Uns bleibt nur noch: Ihrem Kind viel Erfolg beim Vorstellungsgespräch zu wünschen. Wir hoffen, dass Ihr Kind das Unternehmen mit seiner Persönlichkeit überzeugt. Wichtig ist, dass es ganz es selbst blei