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    Mindestlohn für Azubis beschlossen

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    Für Arbeitnehmer gibt es ihn bereits seit Anfang 2015, seit Januar 2020 gilt er nun auch für Auszubildende: der Mindestlohn. Ob Ihr Kind von der neuen Regelung profitiert und welche Ausnahmen gelten, lesen Sie hier.

    Zehntausende Auszubildende sollen künftig besser bezahlt werden. Hierfür hat der Bundestag  die Einführung eines Mindestlohns für Auszubildende beschlossen. Seit Anfang des Jahres erhalten Azubis im ersten Ausbildungsjahr nun mindestens 515 Euro Lohn.

    In den kommenden Jahren wird dieser Mindestlohn schrittweise erhöht. Die Vergütung soll entsprechend auch für die weiteren Ausbildungsjahre angepasst werden. So wird Ihr Kind auch im zweiten und dritten Ausbildungsjahr mehr Lohn erhalten.

    Folgende Ausbildungsvergütungen gelten ab 2020

    Jahr1. Jahr2. Jahr3. Jahr4. Jahr
    2020515 €608 €695 €721 €
    2021550 €649 €743 €770 €
    2022585 €690 €790 €819 €
    2023620 €731 €837 €868 €

    Abhängig von der durchschnittlichen Entwicklung der vertraglich vereinbarten Lehrlingsgehälter soll ab 2024 der Azubi-Mindestlohn automatisch steigen. Außerdem sollen die Arbeitgeber die Kosten für betriebliche Lernmittel komplett übernehmen.

    Was steckt hinter dem Azubi-Mindestlohn?

    Mit der Mindestausbildungsvergütung will die Bundesregierung die Berufsausbildung attraktiver machen und berufliche Aus- und Weiterbildung als Alternative zum Studium stärken. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) betonte bei der Verabschiedung des Gesetzes, dass die duale Ausbildung neben "Made in Germany" zwar ein Markenzeichen Deutschlands sei, dass man dieses jedoch fördern müsse.

    Ausnahmen vom Azubi-Mindestlohn

    Der Beschluss gilt für jeden Azubi, der 2020 eine Berufsausbildung beginnt. Wer bereits davor eine Ausbildung angefangen hat, profitiert von dieser Erhöhung leider nicht. Neben der zeitlichen Einschränkung für die Mindestausbildungsvergütung gelten weitere Ausnahmen. So können Arbeitgeber und Gewerkschaften für einzelne Branchen eine eigene Vereinbarung treffen. Dann ist es möglich, dass in bestimmten Ausbildungsberufen weiterhin geringere Löhne gezahlt werden.

    Hinweis: Bereits vor der Einführung der Mindestausbildungsvergütung wurde in fast allen IHK-Ausbildungsberufen der nun beschlossene Mindestlohn bzw. sogar eine höhere Ausbildungsvergütung gezahlt.

    Falls die Ausbildungsvergütung Ihres Kindes nicht ausreichen sollte, hier noch eine gute Nachricht: Sie können weitere Hilfen bei der Finanzierung der Ausbildung Ihres Kindes erhalten. Beantragen Sie beispielsweise Berufsausbildungsbeihilfe oder Wohngeld. Außerdem steht Ihrem Kind bis zu seinem 26. Geburtstag zusätzlich Kindergeld zu.