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    Richtig bewerben Teil 1: So gelingt ein überzeugendes Anschreiben

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    Individuell, überzeugend und auf die Ausbildungsstelle zugeschnitten – so sollte die perfekte Bewerbung sein. Unsere Serie Richtig bewerben nimmt alle Bestandteile der Bewerbung unter die Lupe. Dieses Mal: Das Anschreiben.

    Mit einer Bewerbung wirbt man für sich. Für sich werben und gleichzeitig das eigene Können nicht unrealistisch schönfärben, das ist die Schwierigkeit: Dies gelingt, indem Stärken herausgestellt und anhand von Beispielen belegt werden. Im Anschreiben kann man beispielsweise seine Teamfähigkeit mit dem langjährigen Engagement in einem Verein begründen. Dabei sollten natürlich die Stärken ausgewählt werden, die auch für die  Ausbildung relevant sind.

    Andere Eigenschaften spiegeln sich in den beigefügten Zeugnissen und Nachweisen wider. Generell gilt: Um zwischen den anderen Bewerbern aufzufallen, gibt es einige Dos und Don´ts für das Anschreiben.

    Dos beim Anschreiben – Das sollte unbedingt rein:

    • Eine individuelle Begründung, warum es genau dieser Ausbildungsplatz und das  –unternehmen sein sollen.
    • Eine Erklärung anhand von Beispielen, warum man der optimale Azubi für diese Stelle ist.
    • Der ideale Text ist: kurz, präzise, anforderungsbezogen.

    Don´ts beim Anschreiben – Das sollte vermieden werden:

    • Eine bloße Wiederholung des Lebenslaufs.
    • Allgemeine Formulierungen und Floskeln: Niemals mit „hiermit bewerbe ich mich...“ und Co. beginnen.
    • Das Anschreiben über mehrere Seiten ausdehnen – es sollte immer auf eine A4-Seite passen

    Natürlich entscheidet sich Ihr Kind für einen Ausbildungsberuf und es sollte sich daher auch selbst bewerben. Wir unterstützen Sie mit unserer Checkliste dabei, gemeinsam mit Ihrem Kind ein überzeugendes Anschreiben zu entwickeln.

    Was kommt nun eigentlich in das Anschreiben?

    Sie müssen gemeinsam mit Ihrem Kind auf die vier W-Fragen antworten: 

    • Wer bewirbt sich?
    • Was kann der Bewerber?
    • Warum soll es gerade dieses Unternehmen sein?
    • Was bringt die Einstellung dem Unternehmen?

    Damit Ihr Kind alle Fragen beantwortet, folgen Sie einfach dem nachfolgenden Aufbau.

    Der Aufbau des Anschreibens – Wo steht was?

    Gliedern Sie das Anschreiben in vier Bereiche: 1. Den Kopf mit den Adressblöcken von Absender und Empfänger, das Datum und die Betreffzeile. 2. Einleitung und Hauptteil. 3. Obligatorische Grußformel mit eigenhändiger Unterschrift. 4. Hinweis auf die beigefügten Anlagen.

    1. Der Kopf des Anschreibens

    Die Absenderadresse

    Damit der Personaler Sie unkompliziert erreichen kann, geben Sie neben der Adresse auch Ihre Telefonnummer und E-Mail-Adresse an.

    Der Unternehmensname

    Chefs und Personalern ist ihr Unternehmen wichtig und das sollte es auch für Sie sein. Achten Sie deshalb unbedingt auf die korrekte Schreibweise. Achten Sie nicht nur auf Groß- und Kleinschreibung, sondern auch auf die vollständige Firmenbezeichnung.

    Das aktuelle Datum

    Das Datum muss immer das aktuelle sein – also von heute! Außerdem stellt man dem Datum nicht mehr „den“ voran. Überprüfen Sie, bevor die Bewerbung abgeschickt wird, ob das Datum im Anschreiben und im Lebenslauf übereinstimmen.

    Der Betreff

    Wählen Sie eine aussagekräftige Betreffzeile, damit Ihre Bewerbung auf einen Blick als solche erkannt und an die richtige Stelle weitergeleitet wird. Beispielsweise: Bewerbung um den Ausbildungsplatz als Kauffrau oder Kaufmann für Büromanagement. Dabei ist das Wörtchen "Betreff" überflüssig und kann weggelassen werden. Steht in der Ausschreibung eine Referenznummer, dann schreiben Sie diese dazu.

    2. Einleitung und Hauptteil

    Die persönliche Ansprache

    Erkundigen Sie sich nach dem zuständigen Bearbeiter und sprechen Sie ihn direkt an: Sehr geehrter Herr / Sehr geehrte Frau... . Setzen Sie den Personalverantwortlichen auch in das Adressfeld des Empfängers. Achtung: Die Floskel „zu Händen (z.Hd.)“ wird heute nicht mehr genutzt.

    Einleitung

    Jetzt müssen Sie die Motivation Ihres Kindes darstellen. Personaler haben wenig Zeit, also gehören gleich in den ersten Satz informative Daten und Fakten.

    Diese Informationen gehören in die Einleitung:

    • Was macht Ihr Kind zurzeit?
    • Auf welche Schule geht es und wann wird Ihr Kind welchen Abschluss machen?
    • Was interessiert Ihr Kind an der Ausbildung und dem Beruf?

    Hauptteil

    Knüpfen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind direkt an die Stellenanzeige an. Was sucht und bietet das Unternehmen? Finden Sie Argumente, warum die Kompetenzen Ihres Kindes optimal zu den Voraussetzungen der Lehrstelle passen.

    Tipp: Lassen Sie Ihr Kind zusätzliche berufsrelevante Fertigkeiten recherchieren, die nicht in der Anzeige stehen. So kann Ihr Kind Interesse und Eigeninitiative betonen.

    3. Obligatorische Grußformel

    Abschiedsformel

    Das Anschreiben endet mit der Aufforderung, dass das Unternehmen Ihr Kind zum Vorstellungsgespräch einlädt. Hier sollte Ihr Kind den Konjunktiv unbedingt vermeiden, um selbstbewusst aufzutreten. Beispielsweise: „Ich freue mich über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch.“

    Die Unterschrift

    Das Bewerbungsschreiben wird erst mit Unterschrift komplett. Hierzu gehören Vor- und Nachname.

    4. Anlagen

    Da eine Bewerbung aus mehr als dem Anschreiben besteht, sollten Sie auf weitere Unterlagen hinweisen. Hierfür reicht es aus, am linken, unteren Rand „Anlagen“ zu schreiben. Es ist nicht notwendig, die einzelnen Unterlagen aufzuzählen.

    Die Formalien

    Achten Sie auf diese Standards:

    • Länge maximal eine DIN-A4-Seite
    • Standardschriften wie Arial oder Times New Roman in der Schriftgröße 12 Punkt
    • Flattersatz (linksbündiger Text) statt Blocksatz
    • Achtung: Nach der Anrede folgt ein Komma, deshalb wird das erste Wort des folgenden Absatzes klein geschrieben.
    • Höflich und selbstbewusst formulieren
    • In der direkten Anrede werden „Sie“ und „Ihnen“ stets großgeschrieben
    • Aktive Sätze verwenden: passive Sätze wirken fremdgesteuert

    Jetzt können wir uns nur höflich mit einem „mit freundlichen Grüßen“ empfehlen und Ihrem Kind viel Erfolg beim Bewerben wünschen. Im nächsten Teil unserer Serie Richtig bewerben erfahren Sie hilfreiche Tipps und Hinweise zum Lebenslauf.