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    Richtig bewerben Teil 2: Mit einem übersichtlichen Lebenslauf punkten

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    Wie bekommt man sein bisheriges Leben auf nur ein oder zwei Blätter Papier? Mit einem überzeugenden Lebenslauf für eine Ausbildungsstelle. Wie das gelingt, was rein und was raus sollte: Wir verraten es.

    Als Herzstück der Bewerbung gibt der Lebenslauf einen guten Überblick über Werdegang, Fähigkeiten und die Eignung für die Ausbildungsstelle. Wie beim Anschreiben fürs richtige Bewerben sollte sich auch der Lebenslauf an der Ausbildungsstelle orientieren: Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten benötigt Ihr Kind für die Stelle? Daher gehören neben schulischen und bisherigen praktischen Erfahrungen, auch relevante Qualifikationen wie Sprachen, Soft Skills oder IT-Kenntnisse aufgelistet. Der künftige Ausbilder soll auf einen Blick erkennen, dass Ihr Kind optimal für die freie Ausbildungsstelle ist.

    Ein Lebenslauf punktet, wenn er:

    • übersichtlich strukturiert ist
    • ein klares Layout hat
    • die Eignung des Bewerbers begründet
    • lückenlos ist
    • kurz und knapp ist (maximal eine A4-Seiten)

    Der Lebenslauf: Diese Punkte gehören rein

    Im tabellarischen Lebenslauf zeigen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind listengleich die interessantesten Informationen auf einen Blick: Erfolge, Kenntnisse und Soft Skills, Zertifikate und Hobbys.

    Inhalte und Rubriken für den Lebenslauf

    1. Persönliche Daten: Vorname, Nachname, Geburtstag, Geburtsort, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail, Familienstand, Staatsangehörigkeit
    2. Berufserfahrung & Praktische Erfahrungen: Schülerpraktika, Nebenjobs
    3. Ausbildung: Schul- und Berufsausbildung, Studium
    4. Weiterbildung: Fortbildung, Praktika oder Seminare, Wehr- und Zivildienst
    5. Weitere Fähigkeiten und Kenntnisse: Spezialkenntnisse und besondere Fähigkeiten, Führerschein
    6. Auslandsaufenthalte: Zeit im Ausland, Aufnahme Austauschschüler
    7. Fremdsprachenkenntnisse und Sprachkenntnisse: Über die offiziellen Abstufungen wird die Qualität der Sprachkenntnisse eingeschätzt: Muttersprache, Verhandlungssicher, Fließend, sehr gute Kenntnisse, gute Kenntnisse und Grundkenntnisse. Außerdem kann die Anzahl der Schuljahre in denen die Sprache unterrichtet wurde, angegeben werden. Und, ob diese in Wort und Schrift beherrscht wird.
    8. EDV-Kenntnisse / EDV-Erfahrungen
    9. Ehrenamtliche Tätigkeiten, Engagement und Hobbys: Eigentlich sind Hobbys Privatsache, daher sollten Freizeitbeschäftigungen nur erwähnt werden, wenn sie zur Stelle passen und somit eine relevante Fähigkeit unterstreichen. Beispielsweise wenn bei einer ehrenamtlichen Arbeit in einem Verein Sozialkompetenzen, Organisationskraft und Teamfähigkeit geübt wurden.

    Sie können die Punkte entweder in eigenständigen Kategorien nennen oder zusammenfassen. Falls Sie mit Ihrem Kind eine Kategorie noch nicht befüllen können, dann entfällt der Punkt einfach.

    Lebenslauf: Das ist bei Layout und Aufbau wichtig

    Passende Überschriften strukturieren den Lebenslauf in verschiedene Kategorien. Sie können die Überschriften zwar individuell gestalten, sollten aber eine klare Vorstellung zum Inhalt ermöglichen.

    Wie sollte nun der tabellarische Lebenslauf aussehen?

    Setzen Sie mit Ihrem Kind die Informationen in zwei Spalten. Eine Trennlinie ist jedoch nicht notwendig: links die Zeitangaben, rechts die Fakten. Hierbei müssen Sie keine konkreten Daten dokumentieren, es ist ausreichend die Monate anzugeben.

    Beispiel: 08/2017 – 08/2019 Abitur Friedrich Gymnasium in Berlin, Abschlussnote: 2,7

    Führen Sie alle Angaben achronologisch auf – das Aktuellste kommt also nach oben. Danach folgen alle Stationen mit absteigender Aktualität.

    Wie werden bisherige Ausbildungen oder Berufsstationen dargestellt?

    Das Ausbildungsunternehmen soll sich einen guten Eindruck über die bisherigen Aufgaben Ihres Kindes machen. Daher reicht es nicht, das Unternehmen zu benennen. Vielmehr sollten Sie gemeinsam die dortigen Aufgaben Ihres Kindes beschreiben. So kann der Personaler einschätzen, was Ihr Kind bereits kann.

    Schon wegen des begrenzten Platzes sollten alle Angaben nur kurz und prägnant im Telegrammstil sein. Es reicht, Stichpunkte zu verfassen.

    Was, wenn Ihr Kind keinen Schulabschluss hat?

    Hat Ihr Kind die Schule zwar beendet – jedoch ohne einen Abschluss, dann sollten Sie dies kenntlich machen. Rein rechtlich gesehen, benötigt man für den Ausbildungsstart keinen Schulabschluss. In diesem Fall sollten Sie jedoch die persönlichen Fähigkeiten Ihres Kindes besonders herausstellen. Geben Sie die gesamte Zeitspanne an, in der Ihr Kind die Schule besucht hat. Statt „Schulabbruch“ klingt ein „ohne Abschluss“ positiver.

    Wie geht man mit Lücken im Lebenslauf um?

    Lücken sollten gefüllt und besonders große Lücken vermieden werden. Da Personaler diese gerne im Vorstellungsgespräch gezielt ansprechen. Aber keine Panik, eine Lücke gilt erst ab drei Monaten.

    Was sollte weglassen werden?

    Früher noch Usus, werden heute Familieninformationen zum Berufsstand der Eltern nicht mehr erwähnt. Ebenso gehören Gehaltsvorstellungen, wenn überhaupt, in das Anschreiben. Die Weltanschauung Ihres Kindes, also religiöse und politische Ansichten oder eine mögliche Parteizugehörigkeit, sollten ebenfalls nur in den Lebenslauf, wenn diese für die Ausbildungsstelle relevant sind. Bei einer parteiinternen Ausbildung oder in einem religiös geprägten Unternehmen kommen sie rein, ansonsten nicht.

    Wie wird der Schluss aufgebaut?

    Unter den Lebenslauf für die Bewerbung gehören: Ort, Datum und Unterschrift. Achtung: Werden Falschangaben im Lebenslauf festgestellt, ist eine fristlose Kündigung auch nach Ablauf der Probezeit rechtens.

    Wie sollte das Design des Lebenslaufs gestaltet sein?

    Die wichtigste Design-Regel lautet: form follows function. Wichtiger als ein originelles Design ist also die Aussagekraft des Lebenslaufs. Dennoch sollte der Lebenslauf auch optisch überzeugen. Hier ist weniger mehr.

    So gestalten Sie den Lebenslauf

    • Verwenden Sie maximal zwei Schriftarten: 1. für Überschriften; 2. für Textblöcke
    • Nutzen Sie Standardschriften: Überschrift in Arial; Text in Schriftarten mit Serifen (z.B. Times New Roman)
    • Schriftgrößen: erste Überschrift „Lebenslauf“ in der größten Schriftgröße (z.B. 15 Punkt); weitere Überschriften kleiner (bspw. 13 Punkt); Fließtext in kleinster Schriftgröße (bspw. 11 Punkt)
    • Formatieren Sie alle Abschnitte und Blöcke gleich (Überschriften und Textabschnitte sind stets in derselben Schriftart und Schriftgröße)
    • Datum steht immer links und hat dasselbe Format (Monat / Jahr)
    • Fähigkeiten und Stationen stehen immer rechts und im gleichen Abstand neben den Daten
    • Nutzen Sie maximal zwei Farben: Schwarz des Textes + eine Schmuckfarbe für einzelne Elemente (Überschriften) Tipp: Damit Ihr Kind bereits in der Bewerbung seine Zugehörigkeit zum Unternehmen zeigt, kann die Schmuckfarbe passend zum Unternehmen ausgesucht werden – beispielswiese die Logofarbe.

    Wir wünschen Ihnen viel Erfolg, bei der Erstellung des Lebenslaufs. Ein letzter Tipp: Belegen Sie Fähigkeiten Ihres Kindes, die im Anschreiben aufgeführt sind, auch im Lebenslauf. In der kommenden Folge unserer Richtig bewerben-Serie nehmen wir das Bewerbungsbild unter die Lupe.