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IHK-Azubiumfrage: 87 % Weiterempfehlungsquote

30.000 Azubis im 1. Lehrjahr wurden vom 15.-19. Juni 2020 befragt. Zum Vorjahr hat sich die Zufriedenheit mit der Berufswahl nochmals gesteigert. 
Konkret erhielten 78 % der Thüringer Auszubildenden einen Ausbildungsvertrag in ihrem Wunschberuf und sind mit ihrer Lehrzeit bislang sehr zufrieden. Die Umfrageergebnisse im Detail:

Betriebsklima sorgt für Zufriedenheit in den Unternehmen

87 Prozent der Lehrlinge beschreiben das Betriebsklima im Ausbildungsunternehmen als gut und fühlen sich von den Mitarbeitern akzeptiert.

Dass ebenfalls 87 Prozent der Befragten ihr Ausbildungsunternehmen weiterempfehlen würden, unterstreicht die Zufriedenheit mit der Berufswahl und dem Ausbildungsunternehmen. Als Gründe für die positive Bewertung gaben die Befragten das gute Betriebsklima, ein gutes bis sehr gutes Verhältnis zu den Ausbildungsverantwortlichen, ein gutes Image des Betriebes und die Zahlung einer hohen Ausbildungsvergütung an.

Praktische Erfahrungen und Gespräche unterstützen bei der Berufsfindung

Die Jugendlichen bewerten das praktische Ausprobieren als hilfreichste Methode bei der Berufsentscheidung. 56 Prozent präferieren ein Praktikum auf dem Weg zum Ausbildungsberuf. Erst auf Platz zwei mit 34 Prozent folgt die Online-Recherche, gefolgt von Messen und Infoveranstaltungen (30 Prozent).

Auch die Sozialen Netzwerke werden immer wichtiger. Rund 30 Prozent der Jugendlichen haben sich über Social-Media-Kanäle informiert – allen voran auf Instagram und YouTube - und bewerten diese als sehr hilfreich für die Berufsorientierung.

Eltern bleiben wichtigste „Influencer“

Neben sozialen Medien und der generellen Online-Recherche bleiben für 37 Prozent der Befragten die Eltern die wichtigsten Beeinflusser bei der Berufsfindung. Ergänzt wird die familiäre Unterstützung durch persönliche Gespräche mit Ausbildungsverantwortlichen. Die Berufsberatung wird vorrangig dazu genutzt, Vorstellungen rund um den Traumberuf zu konkretisieren.

Auszubildende finden schneller ein passendes Ausbildungsunternehmen

Jugendliche erhielten schneller einen Ausbildungsvertrag. Mehr als die Hälfte der angehenden Azubis benötigten maximal fünf Bewerbungen, um einen Ausbildungsbetrieb zu finden. Bereits vor den Halbjahreszeugnissen wurden die meisten Bewerbungen versandt.

Entscheidungskriterien für einen Ausbildungsberuf

Bei der Berufswahl kristallisieren sich folgende Kriterien als die wichtigsten Entscheidungsgrundlagen heraus: Bezug zur Praxis, spätere Übernahme- und Aufstiegschancen, sofortige Verdienstmöglichkeiten sowie die Nähe zum Heimatort. Jeder zweite Azubi gibt außerdem an, dass für ihn die Nähe zur Berufsschule ein entscheidendes Kriterium bei der Unternehmenswahl sei.

Trend Heimatverbundenheit bei der Ausbildungssuche

Die Attraktivität der Ausbildungsstelle hängt eng mit der Nähe von Wohnort, Berufsschule und Ausbildungsunternehmen zusammen. Ausbildungsinteressierte entschieden sich vermehrt für ein passendes Angebot im Heimatbundesland und somit in der Nähe ihres Heimatortes. Während im Vorjahr noch jeder vierte Auszubildende für die Ausbildung umzog, ist ein Rückgang der überregionalen Abwanderung feststellbar. Lediglich jeder fünfte Auszubildende wechselte für seine Berufsausbildung den Wohnort.

Dennoch muss derzeit jeder vierte Jugendliche eine tägliche Fahrzeit von 90 Minuten und länger zurücklegen. Hier besteht also weiterhin Verbesserungsbedarf. Verena Brumme, verantwortlich für Fachkräfteentwicklung in der IHK Ostthüringen, resümiert: „Die Nähe der Berufsschule zum zukünftigen Arbeitsplatz ist für die häufig erst 16-Jährigen und deren Eltern ein wichtiges Kriterium im Entscheidungsprozess um die passende Ausbildungsstelle.“ Daher unterstützen zahlreiche Unternehmen ihre Azubis. Fast jede zweite Firma übernimmt die zusätzlichen Ausgaben für den Berufsschulbesuch: beispielsweise die Fahrt- oder Wohnheimkosten.

Firmen halten an Ausbildung fest – auch in der Corona-Pandemie 

Die Folgen und Einschränkungen der Corona-Pandemie wirken sich auch auf die Ausbildung in den Betrieben aus. Dennoch läuft bei drei von vier Unternehmen die Ausbildung normal weiter und daher sind noch zahlreiche Ausbildungsangebote für 2020 verfügbar, z.B. in der IHK-Lehrstellenbörse.