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Heimat for ever

Maarit liebt ihren Heimatort Nohra. Nach einer längeren und weit gefächerten Berufsfindungsphase hat die 17-Jährige ihre Berufung in der Logistik gefunden. Nun ist sie im ersten Lehrjahr zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung – in Nohra. Ihre Eltern René und Kesrin unterstützten ihre Tochter tatkräftig bei der Berufsorientierung. Denn sie wollten ihr die eigenen, doch eher gemischten Erfahrungen bei der Ausbildungssuche ersparen und die sich heute bietenden Gegebenheiten bestmöglich nutzen.

Keine geradlinige Berufswahl

Während Maarits Schwester bereits nach 14 Tagen ihre Berufswahl allein getroffen hatte und ein Studium vorzog, war sich Maarit nicht so sicher: Hundetrainerin, Handwerk, etwas in der Landwirtschaft, Abitur oder doch ein Bürojob? In ihrer Schule war die Berufsfindung bereits ab der achten Klasse ein wichtiges Thema. Die angehende Logistikkauffrau beschäftigte sich daher intensiv mit den verschiedenen Möglichkeiten und resümiert: „Ich bin froh, dass ich zwei Jahre hatte – ich habe die auch gebraucht. Weil ich dadurch lange überlegen konnte, was am Ende das Richtige für mich ist.“

Besonders wichtig während dieses Prozesses waren, neben ihren Eltern und der Berufsberaterin vom Arbeitsamt, Praktika für die 17-Jährige. Durch das direkte Erleben konnte sie in verschiedene Berufe reinschnuppern und sich ein authentisches Bild von den Aufgabenbereichen machen. So wurde immer klarer, welche Branche ihr liegt.

Unterstützung durch die Eltern

Die Berufsfindungsphasen von René und Kesrin wurden stark vom politisch-gesellschaftlichen Umfeld der DDR und der Wendezeit geprägt. Wie bei vielen anderen Auszubildenden dieser Zeit entsprach der Ausbildungsberuf nicht zwangsläufig der eigenen Interessenlage. So arbeitete Kesrin nach ihrer bestandenen Ausbildung nicht einen Tag in dem erlernten Beruf. Aus diesen Erfahrungen wuchs der Wunsch der Eltern: „Da müssen wir uns mehr engagieren bei unseren Kindern.“ Für beide stand daher Maarit im Fokus. „Was liegt ihr? Wo gehen ihre Interessen hin?“, beschreibt Kesrin den Grundtenor der gemeinsamen Gespräche. Als die Interessen feststanden, schaute sich die Familie Unternehmen der Region an, in die Maarit bei einem Praktikum reinschnuppern könnte. Außerdem besuchten sie Ausbildungsmessen und sprachen dort mit verschiedenen Geschäftsführern.

In der Heimat verwurzelt

Eine Ausbildung in Thüringen zu machen, ist für Maarit der richtige Schritt. „Mir war es sehr wichtig, da wo ich wohne zu bleiben – in meiner Heimat“, begründet sie ihre Entscheidung. Hier sind ihre Schulfreunde, die sie noch regelmäßig trifft und ihr Elternhaus, in dem sie noch lebt. Außerdem profitiert die Auszubildende vom kurzen Weg zum Ausbildungsunternehmen. Die lediglich zwei Kilometer fährt sie entweder mit dem Rad, ihrem Freund oder wird von den Eltern gebracht.

René selbst ist in Nohra großgeworden und fühlt sich hier verwurzelt. Wenn seine Töchter ebenfalls in der Region blieben, wäre dies ideal. Auch Kesrin kann sich sehr gut vorstellen, dass sich Maarit nach ihrer Ausbildung hier niederlässt. „In Nohra gibt es viele Jugendliche, die gerne auch in Nohra bleiben wollen. Und das spricht ja für den Ort. Da ist ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl da“, fasst die Mutter das Lebensgefühl im Ort zusammen. Mit einem Lächeln in Richtung seiner Tochter fügt René jedoch hinzu: „Vielleicht geht’s ja auch in eine völlig andere Richtung, wenn sie ausgelernt hat. Man weiß ja auch noch nicht: Wo fällt denn mal die Liebe hin?“



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